Esel Weide Saint-Martin-Laurence Furic Didr
©

Esel Weide Saint-Martin-Laurence Furic Didr

|

Laurence Furic DIDR

Die Esel in Hosen auf der Île de Ré: eine symbolträchtige Tradition des Kulturerbes der Île de Ré

Ajouter aux favoris

Unter den bekanntesten Symbolen der Île de Ré nehmen die Esel in ihren Hosen einen besonderen Platz ein. Hinter dieser berühmt gewordenen Silhouette verbirgt sich eine Geschichte, die eng mit dem ländlichen Leben, den Salzwiesen und den Traditionen der Île de Ré verbunden ist. Früher wurden die Esel für landwirtschaftliche Arbeiten eingesetzt und haben die Landschaft sowie die Vorstellungswelt der Insel nachhaltig geprägt. Auch wenn die berühmten Hosen heute verschwunden sind, fasziniert ihre Geschichte weiterhin Besucher, die das Kulturerbe der Île de Ré entdecken.

Warum wird die Île de Ré auch „Insel der Esel in Hosen“ genannt?

Die Île de Ré wird oft mit den „Eseln in Hosen“ in Verbindung gebracht, die zu wahren Wahrzeichen der Region geworden sind. Diese Tiere halfen den Einwohnern früher bei der landwirtschaftlichen Arbeit in den Salzwiesen und Weinbergen sowie bei alltäglichen Tätigkeiten. Ihre gestreiften Hosen, die sie vor Mücken und Gestrüpp in den Feuchtgebieten schützen sollten, sind im Laufe der Zeit zu einem der bekanntesten Symbole der Insel geworden.

Heute sind die berühmten Esel in Hosen nicht mehr so präsente Teil der Landschaft der Île de Ré wie früher. Die Tradition bleibt jedoch im kollektiven Gedächtnis, in den lokalen Erzählungen und im Kulturerbe der Insel lebendig. Manchmal kann man noch einige Esel in der Nähe der Stadtmauern und der Vorwerke von Saint-Martin-de-Ré entdecken, doch sie tragen ihre berühmten Hosen nicht mehr.

Warum trugen die Esel auf der Île de Ré Hosen?

Entgegen dem, was ihr Ruf vermuten lassen könnte, trugen die Esel der Île de Ré ihre Hosen nicht aus ästhetischen Gründen.

Diese Kleidung diente einem ganz konkreten Zweck. Früher unterstützten die Esel die Einwohner bei landwirtschaftlichen Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Salzgewinnung, dem Weinbau und zahlreichen alltäglichen Aufgaben. Ihre Arbeit führte sie regelmäßig in Sümpfe und Feuchtgebiete, in denen es besonders viele Mücken gab. Der örtlichen Überlieferung zufolge soll eine Frau aus Ars-en-Ré auf die Idee gekommen sein, aus den alten Hemden ihres Mannes und ihren alten Küchenvorhängen eine Art Hosen zu nähen, um die Beine ihrer Tiere zu schützen.

Schutz vor Mücken und Verletzungen

Die Hosen dienten dem Schutz der Esel:

  • vor Mückenstichen, die in sumpfigen Gebieten besonders häufig vorkamen;
  • vor Verletzungen durch die Vegetation;
  • vor Scheuerstellen durch unebenes Gelände.

Diese praktische Ausrüstung hat sich nach und nach zu einem der bekanntesten Symbole der Île de Ré entwickelt.

Die „Baudets du Poitou“: Wer sind sie?

Eine symbolträchtige Rasse

Die Esel, die traditionell mit der Île de Ré in Verbindung gebracht werden, sind die Baudets du Poitou, die an ihrer großen Statur und ihrem üppigen Fell zu erkennen sind.

Historikern zufolge tauchte der Baudet du Poitou bereits im 10. Jahrhundert in Frankreich auf und erlebte zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert eine Blütezeit. Damals war er in vielen Ländern für die Zucht robuster und widerstandsfähiger Maultiere sehr gefragt. Aus der Kreuzung eines Baudet du Poitou mit einer Stute der Rasse „Trait Poitevin“ gingen Maultiere hervor, die wegen ihrer Ausdauer und Anpassungsfähigkeit besonders geschätzt wurden.

Eine vor dem Aussterben gerettete Rasse

Mit dem Aufkommen landwirtschaftlicher Maschinen ging die Nachfrage nach Maultieren stark zurück. Die Zahl der Baudets du Poitou sank daraufhin bis auf einen kritischen Stand. Im Jahr 1977 waren weltweit nur noch 44 Exemplare registriert.

Dank eines umfangreichen Erhaltungsprogramms und des Engagements der Züchter ist diese außergewöhnliche Rasse heute gesichert und gehört weiterhin zum lebendigen Kulturerbe der Region.

Der schwankende Esel: eine Legende aus der Folklore der Île de Ré

Wie viele Inseln hat auch die Île de Ré ihre eigenen Volkssagen.

Eine der lokalen Legenden besagt, dass Laternen an den Hälsen von Eseln befestigt worden seien, um Seeleute zu täuschen, die nachts unterwegs waren. Die sich bewegenden Lichter seien dann mit Navigationssignalen verwechselt worden, was dazu führte, dass Schiffe auf Grund liefen.

Dieser Geschichte zufolge sollen die schiffbrüchigen Besatzungen anschließend an den Küsten der Île de Ré ausgeraubt worden sein.

Eine Erzählung ohne historische Grundlage

Diese Geschichte vom „schwankenden Esel“, die fest in der kollektiven Vorstellung verankert ist, gehört jedoch zur Folklore. In der Geschichte der Île de Ré wurde noch nie ein durch diese Methode verursachter Schiffbruch verzeichnet.

Dennoch bleibt diese Anekdote eine der berühmtesten Legenden des Kulturerbes der Île de Ré.

Kann man auf der Île de Ré noch Esel in Hosen sehen?

Eine Tradition, die nun zum Kulturerbe gehört

Die berühmten Esel in Hosen sind leider nicht mehr so präsent wie früher.

Besucher können die Tiere in ihren berühmten Hosen nicht mehr an öffentlichen Orten der Insel sehen. Dieses Bild bleibt jedoch eines der stärksten Symbole des Kulturerbes der Île de Ré und ihrer landwirtschaftlichen Geschichte.

Heute wird die Tradition durch Erinnerungen, Fotos, Zeitzeugenberichte und Initiativen von Liebhabern der Region weitergeführt.

Wo kann man heute noch Esel sehen?

Auch wenn die Hosen verschwunden sind, kann man manchmal am Rande von Saint-Martin-de-Ré einige Esel entdecken.

Insbesondere können Sie gelegentlich welche sehen:

  • in den „Glacis“, diesen mit Gras bewachsenen Flächen rund um die Vauban-Befestigungsanlagen;
  • auf einigen Wiesen am Fuße der Stadtmauern;
  • bei einem Spaziergang oder einer Radtour rund um Saint-Martin-de-Ré.

Der Zugang ist über die Rad- und Fußwege, die unter anderem zur Porte de Thoiras, zur Porte des Campani oder zum Strand von La Cible führen, leicht möglich.

Es sei jedoch daran erinnert, dass sie nicht ständig dort sind. Sie zu entdecken, ist heute eher eine zufällige Begegnung während eines Spaziergangs als Teil einer organisierten Führung.

Ein neues Abenteuer rund um die Esel

Die historischen Aktivitäten rund um die Esel in Hosen haben sich in den letzten Jahren weiterentwickelt. Die Welt der Esel setzt sich insbesondere durch die Aufwertung der Eselsmilch und die handwerkliche Herstellung von Seifen fort, was den Willen verdeutlicht, dieses lebendige Kulturerbe zu bewahren und gleichzeitig neue lokale Projekte zu entwickeln.

Warum darf man Eseln niemals Brot geben?

Wenn Sie während Ihres Aufenthalts auf der Île de Ré einem Esel begegnen, dürfen Sie ihn auf keinen Fall füttern.

Die im Brot enthaltene Stärke wird während der Verdauung in Glukose umgewandelt. Dieser Zuckerüberschuss kann bei Equiden zahlreiche Beschwerden verursachen, insbesondere eine schwere Erkrankung namens Hufrehe. Diese besonders schmerzhafte Erkrankung kann schwerwiegende Folgen für die Gesundheit des Tieres haben.

Für ihr Wohlbefinden ist es daher wichtig, sie aus der Ferne zu beobachten und ihren natürlichen Lebensraum zu respektieren.

Die Begegnung mit den Eseln als Familie verlängern

Die „Esel in Hosen“ faszinieren Kinder ebenso wie Erwachsene. Wer nach der Entdeckung ihrer Geschichte noch mehr erfahren möchte, kann bei verschiedenen Aktivitäten mit ihnen in Kontakt kommen und mehr über diese Tradition der Île de Ré erfahren.

In Bois-Plage-en-Ré bietet die Eselzucht „L’Âne en Culotte “ die Möglichkeit, den Baudet du Poitou und die Welt der Eselzucht kennenzulernen. In Ars-en-Ré ermöglichen Eselreiten den Kleinsten, einen besonderen Moment im Kontakt mit diesen symbolträchtigen Tieren zu erleben.

Diese Erlebnisse bieten eine ganz neue Art, die Île de Ré zu entdecken – zwischen Kulturerbe, Natur und gemeinsamen Momenten mit der Familie.

Zusammengefasst: Eine Tradition, die die Geschichte der Île de Ré erzählt

Die Esel in ihren Hosen erzählen von einer Zeit, in der Salzwiesen, Weinberge und landwirtschaftliche Tätigkeiten das Leben in den Dörfern der Île de Ré prägten.

Auch wenn man die berühmten „Culottes“ heute in der Landschaft der Insel nicht mehr antrifft, sind die Esel nach wie vor untrennbar mit der lokalen Identität verbunden. Ihre Geschichte zeugt weiterhin von der engen Verbindung zwischen den Einwohnern, ihrer Umgebung und den Traditionen, die die Île de Ré im Laufe der Jahrhunderte geprägt haben.

FAQ: Die Esel in Hosen auf der Île de Ré

Hat Ihnen dieser Inhalt gefallen? Zögern Sie nicht, ihn mit anderen zu teilen!