Naturausflug in die Sümpfe

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Die Geschichte der Salzgärten

Der Salzgarten ist eine Landschaft, die seit Jahrhunderten von Menschenhand geformt wird, um aus Meerwasser Salz zu gewinnen. Seine Ursprünge gehen auf die gallo-römische Zeit zurück, etwa auf das Iᵉʳ Jahrhundert. Vor allem an der französischen Atlantikküste entwickelten sich in der Folgezeit die Salzgärten. Von Anfang an stützte sich dieses System ausschließlich auf die natürliche Energie von Sonne und Wind, was es zu einer ökologischen Methode avant la lettre machte.

Im Mittelalter wurde die Salzproduktion zu einer wichtigen wirtschaftlichen Aktivität, die für die Konservierung von Lebensmitteln unerlässlich war. Die Sauniers oder Salzbauern führten ihr handwerkliches Können von Generation zu Generation weiter. Heute stellen die Salzgärten ein lebendiges Erbe dar, das oft auf handwerkliche und ökologische Weise gepflegt wird.

Heutzutage sind diese Sümpfe nicht nur Produktionsstätten, sondern auch Naturschutzgebiete, die reich an biologischer Vielfalt sind. Die Salzernte erfolgt dort nach wie vor manuell und umweltfreundlich, was dem handwerklich hergestellten Salz, wie dem Gros Sel oder dem Fleur de Sel, eine sehr begehrte Qualität und Reinheit verleiht.

Wussten Sie schon?

Der Unterschied zwischen Gros Sel und Fleur de Sel :

    • Das grobe Salz (oder graue Salz) befindet sich auf dem Boden der Saunalandschaften.
    • Fleur de Sel ist der dünne weiße Film, der an der Oberfläche schwimmt.

Die Vögel

Die Salzgärten sind nicht nur Produktionsstätten: Sie sind auch wahre Zufluchtsorte für Wildtiere. Sie dienen vielen Wasservögeln als Brutgebiet, Rastplatz auf dem Zug und Überwinterungsgebiet.

    • Säbelschnäbler
      Symbolvogel mit langem, nach oben gebogenem Schnabel.
    • Graureiher
      Er lauert im Sumpf oder auf den Bodenwellen und ernährt sich sowohl von Wasser- als auch von Landtieren, insbesondere von Feldmäusen.
    • Drosselrohrsänger
      Ein unauffälliger Sperling, der im Frühjahr mit seinem melodischen Gesang die Sümpfe belebt.
    • Schellente
      Eine der wenigen Enten, bei der das Gefieder des Weibchens nahezu identisch mit dem des Männchens ist. Nistet gedeckt im Gebüsch oder in Kaninchenbauten.
    • Weiße Stelze
      Große, rote Beine. Hält sich im Frühjahr an saunierenden Flächen und flachen Teichen auf.
    • Silberreiher
      Der kleine weiße Reiher, der in den Wäldern auf Bäumen nistet, sich in den Sümpfen aber von kleinen Fischen und Garnelen ernährt.
    • Silbermöwe
      Ein immer seltener werdender Brutvogel in den Sümpfen. Dieser emblematische Vogel der Meeresküste ist nicht mit der Lachmöwe zu verwechseln.

        Andere Sumpftiere

          • Artemia und Aal
            Die emblematische Art dieses Lebensraums ist der Aal, der im Watt lebt. Hier findet man auch die Artemia (Artemia salina), die an übersalzte Umgebungen angepasst ist.
          • Zuckmücken
            Zuckmücken sind wie Mücken eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel, sei es in Form von Larven für Säbelschnäbler oder Stelzenläufer oder in ihrer adulten Form für Sperlingsvögel wie das Blaukehlchen oder Fledermäuse.
          • Fledermäuse und Füchse
            Können hier auch jagen.

          Die Zusammensetzung eines Salzgartens

          Die 6 Becken haben jeweils ihre eigene Rolle: Dekantieren, Konzentrieren und Kristallisieren.

          Jeder Schritt wird dann die Bildung von Salzkristallen ermöglichen.

          1: Der Eingang zum Meerwasser.
          (Die Rinne)

          Dies ist der Einlaufkanal (oft auch Essai genannt), der das Meerwasser in den Sumpf bringt. Das Wasser tritt bei Flut ein und wird dann mithilfe von Schleusen in die Becken geleitet.

          2: Das Watt oder Schlickwatt.

          Dies sind die ersten Becken, in denen sich das Meerwasser absetzt. Hier setzen sich Schlick- und Sandpartikel ab, wodurch das Wasser klarer wird. Dies ist eine Vorbehandlungsphase vor der Verdunstung.

          3: Die Mäander.

          Das Wasser beginnt einen langen Weg, es beginnt sich durch Wind und Sonne zu erwärmen und zu verdampfen.

          4: Die Tische

          Das Wasser gelangt dann in die Tische, die Abteilungen bilden, in denen sich das Salz noch konzentriert.

          5: Die Ammen

          Das Wasser fließt dann in diese Zwischenbecken. Dort erwärmt es sich und verdunstet langsam, wodurch die Salzkonzentration steigt. Die Hauptfunktion besteht darin, die Sole allmählich zu konzentrieren.

          6: Die Saunabereiche
          (oder Kristallisatoren)

          Dies sind die kleinen Endbecken, in denen das Salz unter der Einwirkung von Sonne und Wind kristallisiert. Hier werden das Gros Sel und das Fleur de Sel geerntet.

          Die Kanäle und Schleusen

          Sie dienen dazu, den Wasserfluss zwischen den verschiedenen Becken zu regulieren. Die Saunagänger (Salzproduzenten) öffnen oder schließen die Schleusen, um den Wasserstand und den Salzgehalt zu kontrollieren.

          Die Wege und Dämme

          Sie begrenzen die Becken und ermöglichen es dem Saunierer, sich zu bewegen und den Sumpf zu pflegen. Die Deiche verhindern Überschwemmungen und schützen die Arbeitsbereiche.

          Typische Pflanzen

          Die Vegetation ist an Salz und Feuchtigkeit angepasst: Es handelt sich um halophile Pflanzen (die Salz vertragen).

            • Salicornia
              Wird auch „Seegurke“ genannt; essbare Pflanze mit salzigem Geschmack.
            • Obione
              Busch mit silbrigen Blättern. Pflanze, deren Wurzeln im salzigen Schlamm verankert sind und die am Rand des Sumpfes wächst.
            • See-Aster
              Violette, salzresistente Blume, die auch als „Schweineohr“ bezeichnet wird. Wächst auf dem oberen Teil der Salzwiese und in den weniger salzigen Bereichen des Sumpfes.
            • Meeressalbei und Strandlavendel
              – Meeressalbei: Wächst an den Hängen der Sümpfe oder auf Ablagerungen von Salzschlamm und hat keine sichtbaren Blüten.
              – Meerlavendel: Mehrere Arten besiedeln die Sümpfe, aber die größte wird in der Regel geerntet, vorzugsweise in Maßen.

          Ihre ökologische Rolle

          Diese Pflanzen stabilisieren den Boden und filtern das Wasser. Sie bieten Vögeln und Insekten Schutz und Nahrung. Sie tragen zum Gleichgewicht des Ökosystems des Sumpfes bei.